Im Gebet Gott suchen.
Der heilige Benedikt von Nursia weist uns den Weg zu einem geordneten Leben in der Nachfolge Christi, getragen von Gebet, Arbeit und Gemeinschaft.
„Höre, mein Sohn, auf die Weisung des Meisters und neige das Ohr deines Herzens.“Regula Benedicti, Prolog
Ein Mann, der die Stille suchte und Europa prägte
Benedikt von Nursia kam um das Jahr 480 in Umbrien zur Welt. Es war eine unruhige Zeit, das Römische Reich zerfiel im Westen. Als junger Mann zog er sich nach Subiaco zurück, in die Einsamkeit, um Gott zu suchen. Was aus diesem stillen Anfang erwuchs, sollte am Ende den ganzen Kontinent verändern.
In Montecassino gründete er das Kloster, das zur Wiege des abendländischen Mönchtums wurde. Dort entstand auch seine Regel, die bis heute in Klöstern auf der ganzen Welt gelebt wird. Sie liest sich nicht wie ein strenges Gesetzbuch. Eher wie eine menschenfreundliche Schule des Dienstes für den Herrn.
1964 erklärte Papst Paul VI. den heiligen Benedikt zum Patron Europas. Der Grund leuchtet ein. Aus seinen Klöstern kamen Bildung, Landwirtschaft, Buchkunst und ein geordnetes Zusammenleben, und zwar gerade dann, als ringsum alles zerbrach.
Seine Lebensgeschichte →
- Geborenum 480 in Nursia
- Gestorbenum 547 in Montecassino
- Gedenktag11. Juli
- PatronEuropas, der Sterbenden
- WerkRegula Benedicti
- WahlspruchOra et labora
Sein Erbe reicht bis heute
Aus einem einzigen Kloster auf dem Montecassino wurde mit der Zeit eine Bewegung, die ganz Europa prägte. In dunklen Jahrhunderten bewahrten die Mönche das Wissen der Antike. Sie machten Land urbar, lehrten Lesen und Schreiben und hielten ein geordnetes Leben aufrecht, während die alten Strukturen zerfielen.
Bei allem, was er tat, ging es Benedikt um eine einzige Sache, nämlich Gott zu suchen. Alles andere ordnete sich dem unter, der Tagesablauf, die Arbeit, das Gebet, die Gemeinschaft. Diese Nüchternheit und das rechte Mass sind es, was seine Regel bis heute lebendig hält.
Mehr über sein Leben →Eine alte Ordnung für eine unruhige Zeit
Es mag erstaunen, dass ein Mönch aus dem 6. Jahrhundert heute noch so viele Menschen anspricht. Aber vielleicht ist es kein Zufall. In einer Zeit, die laut ist, schnell und zerstreut, wirkt seine Weisheit wie ein ruhiger Gegenpol.
Benedikt selbst lebte in einer Umbruchszeit. Das Römische Reich war zerfallen, die alten Sicherheiten dahin, und niemand wusste, was als Nächstes kommen würde. Er antwortete darauf nicht mit einer grossen Bewegung oder einem lauten Programm. Was er schuf, war eine schlichte Lebensordnung. Beten, arbeiten, lesen, in Gemeinschaft leben, Mass halten.
Diese Nüchternheit ist es, die ihn bis heute aktuell macht. Wer sich von der Flüchtigkeit des Alltags überfordert fühlt, dem hält Benedikt etwas Einfaches entgegen. Gib dem Tag eine Struktur, richte ihn auf Gott aus, tu das Deine in Treue. Aus dieser Treue im Kleinen wachst mit der Zeit etwas, das trägt.
Dieses Portal will diese Weisheit zugänglich machen, ohne sie zu verflachen. Es richtet sich an Menschen, die zum ersten Mal vom heiligen Benedikt hören, ebenso wie an jene, die mit der benediktinischen Tradition vertraut sind und Vertiefung suchen.
Sie finden hier seine Lebensgeschichte, eine Einführung in die Regula Benedicti, eine Sammlung von Gebeten, eine Erklärung der Benediktsmedaille und Gedanken zum christlichen Glauben aus benediktinischer Sicht. Dazu kommen Seiten zu einzelnen Themen des geistlichen Lebens: das Stundengebet, die Lectio Divina, die Stille, die Demut und das Leben der heiligen Scholastika. Jede Seite ist als eigenständige Einführung gedacht, sodass Sie dort beginnen können, wo Ihr Interesse liegt.
Was Sie hier finden
Dieses Portal möchte das Leben Benedikts, seine Spiritualität und den christlichen Glauben verständlich machen, für Suchende ebenso wie für Vertraute.
Die Suche beginnt mit dem Hören
Benedikt beginnt seine Regel mit einer Einladung, nicht mit einem Befehl. Wer das Ohr des Herzens neigt, findet einen Weg, der seit fast 1500 Jahren trägt.
Den Weg kennenlernen →